Wie kommt mein Kind in den Wald?

Der Treffpunkt für die Kinder ist am Parkplatz nach der Abzweigung nach Attenkofen. Der Platz ist leider mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur sehr schwer erreichbar. Die meisten Kinder werden daher mit PKWs zum Treffpunkt gebracht. Es sind ausreichend Parkmöglichkeiten vorhanden, bei schlechtem Wetter kann es allerdings schon mal matschig werden. Schon aus ökologischen Gründen empfehlen wir, mit anderen Familien Fahrgemeinschaften zu gründen und sind bei der "Partnersuche" auch gerne behilflich.

 

Ist es nicht sehr gefährlich im Wald zu spielen?

Für die Kinder gelten genaue Verhaltensvorschriften. Außerdem lernen sie durch die ständige Bewegung auf den verschiedensten Untergründen das Abfangen, Fallen, Aufrichten und Klettern. Durch diese Erfahrungen können sie ihre Fähigkeiten dann auch besser selbst einschätzen, z.B. beim Klettern auf Bäume. Zwei Landshuter Ergotherapeuten haben uns erst wieder bestätigt, wie gut die permanente Übung den Gleichgewichtssinn und die Koordinationsfähigkeit der Kinder stärkt. Dadurch sind sie insgesamt vor Unfällen besser geschützt. Für Notfälle sind die Erzieher in Erster Hilfe geschult und haben sowohl eine Erste-Hilfe-Ausrüstung, als auch ein Handy dabei.

 

Ihr habt ja keine feste Toilette, was macht Ihr wenn einer mal "muss"?

Zum Pieseln gehen wir an ausgewiesene Pieselplätze. In Absprache mit unserm Förster und unserem Jäger werden diese Plätze zur Verrichtung der Notdurft ausgewiesen. Für das große Geschäft haben wir ein kleines Toilettenhäuschen aus Holz.

 

Was macht ihr, wenn es richtig nass oder kalt wird?

Warm und vor allem wetterfest anziehen! Auch bei uns gilt die Devise: "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung". Dank der großen Outdoor-Bewegung im Sportbereich gibt es auch für die Kinder tolle wetterfeste, wasserdichte und trotzdem atmungsaktive Kleidung, inzwischen sogar bei Discountern. Tipps finden Sie in unserer Rubrik "Ausrüstung". Für Notfälle führen die Betreuer auch Ersatzkleidung mit.

 

Was macht Ihr, wenn es im Wald zu gefährlich ist?

Wenn es im Wald zu gefährlich ist, z.B. bei Unwetterwarnung wegen orkanartigem Sturm, verbringen wir den Tag in einem organisierten Schutzraum (Islamisch/Deutscher Freundschaftsverein Industriegebiet Ergolding). Dort ist es zwar nicht so schön wie im Wald, dafür sind wird dort sicher. Eine weitere Ausweichmöglichkeit haben wir von September bis März auf dem Gelände des Stadtjugendrings am Mühlhof. Bei Regenwetter, Schneefall oder Kälte sind wir aber immer draußen und nutzen unsere Bauwägen und das Hexenhaus. Im Zweifel halten wir Rücksprache mit unserem erfahrenen Förster.

 

Was ist, wenn ein ernster Unfall passiert?

Wenn tatsächlich eintritt, was wir alle nicht hoffen, dann leisten die Erzieher Erste Hilfe bis ärztliche Hilfe eintrifft. Sie sind dafür geschult. Außerdem führen sie ein Handy mit, mit dem Rettungskräfte angefordert werden können. In der Rettungsleitstelle Landshut liegt ein Notfallplan bereit, um die Rettungskräfte möglichst schnell zum Aufenthaltsort zu lotsen. Selbstverständlich werden bei jedem Zwischenfall auch sofort die Eltern informiert.

 

Sind eure Kinder nicht dauernd krank?

Nein, im Gegenteil! Zum einen haben die Erreger draußen kaum eine Chance, zum anderen kräftigt der lange Aufenthalt an der frischen Luft nachweislich das Immunsystem der Kinder. Wenn es sie dennoch mal erwischt, sind sie schneller wieder gesund. Dr. med. Thomas Eberl aus Furth bestätigt uns: "Aus medizinischer Sicht stärkt der regelmäßige Aufenthalt in der Natur nachweisbar das Immunsystem. Es hilft, Stress abzubauen und ist in der Lage Haltungsschäden und Übergewicht vorzubeugen. Des weiteren werden die Grundlagen für die spätere individuelle Entwicklung im Vorschulalter gelegt. "Waldkinder" leiden seltener unter Legasthenie und Dyskalkulie, da spielerisch Kreativität und Konzentrationsfähigkeit entwickelt und gefördert werden."

 

Habt Ihr oft Zecken?

Nein, nicht öfter als andere Kinder! Zecken leben eigentlich im hohen Gras und nicht im Wald. Außerdem tragen wir, auch im Sommer, immer lange Kleidung und Mützen oder Hüte. So haben es Zecken sehr schwer bei uns zu landen. Findet eine Zecke doch mal ein Kind, wird sie in der Regel rechtzeitig entdeckt, da sie meist erst einige Stunden später stechen. Die Eltern unterschreiben eine Einverständniserklärung, ob Erzieher Zecken entfernen dürfen. Die Zecke wird anschließend verpackt und die Stichstelle markiert.

 

Fuchsbandwurm?

Die Zahl der Füchse sowie ihr Befall mit dem kleinen Fuchsbandwurm hat in den letzten 15 Jahren in Mitteleuropa stark zugenommen. Wir sind uns dessen bewusst. Bandwurmeier, die sich im Kot von Füchsen, Katzen, Hunden, Eichhörnchen und Igeln befinden können, setzen sich an Pflanzen fest. Wenn der Mensch diese roh verzehrt (z.B. Beeren, Pilze, Kräuter) kann er sich infizieren. Deshalb werden die Kinder angehalten, Beeren und andere Waldfrüchte nicht roh zu essen und die Hände vor der Brotzeit gründlich zu waschen. Außerdem dürfen sie keine toten Tiere anfassen. Übrigens besteht das Fuchsbandwurm-Risiko auch im eigenen Garten.

 

Wird auch die Feinmotorik der Kinder trainiert?

Die berühmte Frage nach der Schere... Unsere Kinder basteln und gestalten auch, aber nicht nach Schablonen und weniger mit Buntpapier, sondern größtenteils mit Naturmaterialien. Sie schneiden selbstverständlich auch mit Scheren, schnitzen mit speziellen Kinder-Schnitzmessern, binden Weidenkränze, etc. Und wer einmal einen Dreijährigen dabei beobachtet hat, wie er hochkonzentriert und mit spitzen Fingern einzelne Tannennädelchen Stück für Stück vom Waldboden pflückt, weil er sie für seinen Baumstammkochtopf braucht, der wird uns diese Frage sicher nicht mehr stellen.

 

Wie kommen Waldkinder in der Schule zurecht?

Prima! Studien haben gezeigt, dass Waldkinder in vielen Bereichen, z.B. soziale Kompetenz, Kreativität, Motorik, Naturverbundenheit, sogar besser abschneiden als ihre Mitschüler aus Regelkindergärten. Auch unsere Erfahrungen der letzten Jahre bestätigen das. Waldkinder können sogar besonders gut stillsitzen und zuhören. Wir begleiten den Übergang zur Grundschule sehr bewusst: Vorschulerziehung, Schnuppertage und Schulbesuche, Gespräche mit Kindern, Eltern und Pädagogen und nicht zuletzt dem großen Absschiedsübernachtungscamping für Schulkinder im Wald. Unsere Ehemaligen kommen in den Ferien immer wieder gerne zu Besuch in die Gruppe.

 

Kann ich im Waldkindergarten Landshut ein Praktikum absolvieren?

Wir freuen uns immer über Verstärkung! Angehende Erzieherinnen und Erzieher können je nach Erfordernis bei uns blockweise, tageweise oder gleich ein ganzes Jahr hospitieren.

 

Sie sind wetterfest, kreativ, kommunikativ, verantwortungsbewusst und zuverlässig? Haben Sie reges Interesse an der waldpädagogischen Arbeit und Freude am Umgang mit einer aufgeweckten Kinderschar? Wenn ja, freuen wir uns auf Ihre Bewerbung!

Wie ziehe ich mein Kind waldgerecht an? 

Zwiebelprinzip: Lieber mehrere dünne Schichten als eine dicke. So kann auch mal was dazu oder weggenommen werden.

Fleece- und Funktionsbekleidung trocknet schnell wieder (sowohl am Körper, als auch nach dem Waschen der Kleidung).

 

Frühjahr:

  • Mix aus Sommer und Herbst

 

Sommer:

  • Unterwäsche: (Träger)- Unterhemden sind immer wichtig, da Kinder oft schwitzen und so die Verdunstungskälte nicht direkt am Körper ist.

  • darüber: immer Langarm-Shirts wegen der Zecken und Verletzungsgefahr durch Dornen und Äste, am zweckmäßigsten mit Bündchen.

  • lange Hosen aus leichtem aber festem Stoff, Jeans, Funktionshosen 

  • Socken (über die Hose ziehen, als Zeckenschutz)

  • Jacke: Fleecejacke, Sommerjacke

  • Kopfbedeckung: Sonnenkappe mit Nackenschutz, Kopftuch, Schlauchtuch

  • Schuhe: Halbschuhe oder Turnschuhe mit Profilsohle, Berg-/Wanderstiefel (mit oder ohne Membran) bei Regen: Gummistiefel

  • im Gepäck (bei Bedarf): leichte Regenjacke (auch geeignet als Windjacke) oder auch Außenschicht der "3 in 1" Jacke. Matschhose (mit Latz für Matschkinder, ohne Latz besser zur Verrichtung der Notdurft) Südwester, Rucksackregenschutz, isolierendes Sitzkissen

  • Brotzeit und Getränke in Plastik- oder Thermoflasche (nicht zuckerhaltig wegen Wespenstichgefahr)

 

Herbst:

 

  • Unterwäsche: Kurzarmunterhemd evtl. aber auch schon mal langarmige Funktions- oder Skiunterwäsche aus Kunstfaser, Wolle oder Seide

  • darüber: Langarm-Shirts, (Fleece-) Pullover

  • lange Hose aus festem Stoff, Jeans, Funktionshose

  • (Knie) Strümpfe, bei Membranschuhen: Funktionsstrümpfe (keine Strumpfhosen, da bei nassen Füßen sonst das ganze Kind umgezogen werden muss!)

  • Jack: "3 in 1" Funktionsjacke, Übergangsjacke (wenn möglich winddicht), gefütterte Regenjacke

  • Schuhe: Stabile Turn- oder Halbschuhe, die Halt geben (bei trockenem Wetter)

  • Berg-/Wanderschuhe , am besten mit Membran für die nassen Tage

  • Gummistiefel bei nasser aber warmer Witterung

  • Kopfbedeckung: dünne Baumwollmütze, Kopftuch, Schlauchtuch, evtl. warme (ohrenbedeckende) Mütze

  • Handschuhe: (Finger-) Strickhandschuhe kombiniert mit Matschhandschuhen

  • Im Gepäck bei Bedarf: Matschhose, leichte Regenjacke oder Außenschicht der "3 in 1" Jacke, Südwester, wasserdichte (gefütterte) Handschuhe, Rucksackregenschutz, kleine Isomatte

  • Brotzeit und Getränke (nicht zuckerhaltig wegen Wespenstichgefahr), je nach Temperatur Thermosflasche

 

Winter:

 

  • Unterwäsche: langarmige Funktions- oder Skiunterwäsche aus Kunstfaser, Wolle oder Seide

  • darüber: (Fleece-) Pullover, Rollkragenpullover

  • lange Hose aus festem Stoff, Fleecehose oder Jogginghose unter die Matsch- bzw. Skihose

  • Kniestrümpfe bzw. bei Membranschuhen Funktionsstrümpfe

  • Jacke: wasserabweisende Skijacke (Overall ist unpraktisch für die Verrichtung der Notdurft und zum Auskleiden im Bauwagen bzw. Hexenhaus)

  • Schuhe: wasserdichte Winterstiefel mit hohem Schaft (bis ca. -20°C) und herausnehmbarem Innenschuh (gut zum trocknen)

  • Kopfbedeckung: Kaputzenmütze incl. Schal, warme ohrenbedeckende Mütze und Schal bzw. Halstuch, Schlauchtuch mit Fleece

  • Handschuhe: (Finger-) Strickhandschuhe kombiniert mit wasserabweisender griffiger Oberfläche, wasserdichte Fleecehandschuhe

  • Im Gepäck bei Bedarf: Wechselhandschuhe, evtl. leichte Regenjacke, kleine Isomatte, Wärmeakku für Brotzeit

  • Brotzeit: (kein wasserhaltiges Obst oder Gemüse, da dieses gefriert), Thermoskanne mit warmen Getränk (0,3l oder 0,5l)